Roma - zum Betteln verdammt 

 

Wolfgang Radlegger

 

gebunden, 320 Seiten | € 21,80

 

Mai 2017

 

ISBN 978-3-902932-66-2

Leseprobe

Die Geschichte der Roma und Sinti ist eine der Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung. Bis heute haben selbst zivilisierte Länder Schwierigkeiten, diesem rätselhaften Volk ohne Vorurteile zu begegnen.

Wolfgang Radlegger, der sich schon immer für Minderheiten und Entrechtete stark gemacht hat, will das nicht hinnehmen. Er wollte es genau wissen und ist tief in die Geschichte abgestiegen, um Spuren zu sichern. Er hat sich aber nicht allein aus den historischen Quellen bedient, er hat sich selbst auf die Reise zu den immer noch „Verdammten“ dieser Erde gemacht. Das ist deshalb so wichtig, weil die Bettler, denen wir heute verstärkt auf den Straßen der Städte Europas begegnen, zu einem erheblichen Teil der Gruppe der Roma und Sinti angehören.

Was das für Salzburg bedeutet und wie die Politik damit umgeht, hat Radlegger in einem eigenen Kapitel exemplarisch abgehandelt. Das Buch ist ein großes Plädoyer für Toleranz.


.REZENSIONEN

 

Radlegger,Wolfgang:

Roma - zum Betteln verdammt

:eine historisch-kritische Auseinandersetzung ;aktualisiert am Beispiel der Stadt Salzburg I Wolfgang Radlegger. • Salzburg ;Wien :Edition Tandem , 2017.• 297 S.:111. (farb.) ISBN 978-3-902932-66-2   fest geb. : ca.€ 21,80

Junderte hinweg wurden Roma und Sinti schlecht behandelt, vertrieben und sogar getötet. Der Autor macht die große Linie des Anliziganismus deutlich.

Dieses penibel recher­ chierte und sehr ein­ prägsame Buch stellt die Situation der Roma und Sinti ab etwa 1300 dar. Die permanente Meidung, die Ausgren­ zung und Verfolgung, die während des Natio­ nalsozialismus ihren traurigen Höhepunkt hatte und für tausende

Menschen  tödlich endete, sind  dem fahrenden Volk zum  Schicksal geworden . Erst  das  in  den 1990er Jahren  verübte  tödliche  Attentat  hatte ein Umdenken zur Folge. Radlegger  zeigt  außerdem  auf, dass die Fahrenden, die übrigens in manchen Gegenden Europas bald  sesshaft  wurden,  früher  in  ihrem  Berufsleben  ähnlich wie die Juden  in einige  Sparten ge­drängt  wurden, die später  nicht  mehr  existierten (Messerschleifer,  Korbbinder).  Das  brachte   sie mancherorts  zum  Betteln. Am Beispiel  der Stadt Salzburg geht  er der Mär der  organisierten  Bet­telei akribisch  nach und beschreibt, wie die allgemeine Stimmung von einer Partei angeheizt wur­de und es zur Ausweitung de Bettelverbots kam. Ein aufklärerisches, im Grunde auch kämpfe­risches Buch, das sich fur die  Humanität und sachlich begründete Solidarität mit den Ärmsten der Gesellschaft einsetzt und  manche  Denkmu­ster sowie Halbwissen aufdeckt. Niemand wird dieses Buch unbeeindruckt weglegen. Eine breite Empfehlung für alle Bestände!

 

Angela Zemanek-Hackl in "bn bibliotheks nachrichten 4-2017" - S. 650